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Vereinbarungen vereinbaren. Erfahrungen aus der Jugendhilfepraxis, wie ein erfolgreicher Aushandlungsprozess gelingen kann

Diskurs, Berlin,21.06.2007
Dokumentation


Aktuelle Beiträge zur Kinder- und Jugendhilfe 62,
Berlin 2007, 90 Seiten, Vergriffen, ISBN-13: 978-3-931418-69-4

Aus dem Beitrag von Udo Thelen, Jugendhilfeplaner in Essen:
"Ausgangslage in Essen:
seit Jahren gestiegene Ausgaben für Hilfen zur Erziehung/ hohe Leistungsdichte bei stationären Hilfen/ Legitimations- und Konsolidierungsdruck/ Umsteuerungsnotwendigkeit: von stationär zu ambulant/ Vernetzung präventiver/sozialraumorientierter Hilfe/ Qualifizierung der HzE durch Wirkungsorientierung/ mangelnde Ausschöpfung der Möglichkeiten nach §§ 78a ff. SGB VIII … wie auch in anderen Städten

Fragen zur Strukturqualität von Vereinbarungen:

  • Wann/auf welchen zeitlichen Schienen wird verhandelt?
  • Welche Personen/RollenträgerInnen/Qualifikationen sind beteiligt?
  • Wie heißt die Veranstaltung?/ Gibt es eine Tagesordnung, ein Protokoll?
  • Wo wird verhandelt? Wer hat Prokura?/ Wer ist Beteiligte/r?
  • Welche Berichte, Dokumente sind wann/ von wem zu liefern?
  • Können Leistung, Entgelt und QE in einem Termin verhandelt werden?
  • Wer moderiert? Müssen ExpertInnen hinzugezogen werden?
  • Werden Zielvereinbarungen getroffen/dokumentiert/ überprüfbar?
  • Welche Konsequenzen haben nicht eingehaltene Zielvereinbarungen?
  • Wer darf/ wer sollte von Inhalten und Ergebnissen der Zielvereinbarungen Kenntnis erlangen?
  • Haben Verhandlungen einen politischen Vorlauf, münden Verhandlungsergebnisse in einen politischen Steuerungsprozess ein?
  • Gibt es Verhandlungskorridore?

Fragen zur Prozessqualität von Vereinbarungen:

  • Ist win-win das Etikett für faule Kompromisse?
  • Was ist ein kooperativer, beziehungsschonender Verhandlungsstil?
  • Wie werden Konflikte geschlichtet?
  • In welchem Ambiente wird verhandelt?
  • Wo braucht es mediatorische Kompetenz?
  • Verhandeln nach dem Reziprozitätsprinzip: Lässt sich das in einer einfachen Qualitätsforderung darstellen?
  • Kann der Partner/die Partnerin die Vereinbarung im eigenen Lager vertreten?

Fragen zur Ergebnisqualität von Vereinbarungen:

  • Soll im Ergebnis das städtische Budget bestmöglich geschont bleiben?
  • Kommt es darauf an, Arbeitsplätze zu sichern?
  • Ist es gelungen, Heim und Amt zu lernenden Organisationen zu entwickeln?
  • Sind Schnittmengen der Koproduktivität von Heim und Amt erkannt und einer Weiterentwicklung zugeführt worden?
  • Wie wichtig sind wissenschaftliche/sprachliche/rechtliche Korrektheit?
  • Wurden sinnvolle/ schädliche Wettbewerbsprozesse provoziert?
  • Ist die Steuerungsfunktion der Politik gestärkt?

"Wird die Lebensqualität der jungen Menschen und ihrer Familien durch die Vereinbarung verbessert?"

Aus dem Inhalt

  • Eröffnung: PROF. DR.-ING. KLAUS J. BECKMANN, Leiter des Deutschen Instituts für Urbanistik, Berlin


  • Prozessbeteiligte und Vereinbarungen: Einführung in das Tagungsthema
    HANS-RUDOLF SEGGER, Dezernent für Soziales und Jugend, Bildung, Kultur und Sport, Personal, Organisation und Finanzen, Landkreis Goslar


  • Fachreferat: Prozesslogik von Vereinbarungen: Garantiert ein guter Aushandlungsprozess auch ein gutes Ergebnis?
    PROF. DR. CHRISTIAN SCHRAPPER, Erziehungswissenschaftler, Fachbereich Erziehungswissenschaften, Seminar Pädagogik, Universität Koblenz-Landau


  • Problemfelder bei Vereinbarungen identifizieren und Prozesse gelungener Vereinbarungen (Foren)
    • Forum 1: Einzelfallvereinbarungen (§ 8a, § 36, § 42 SGB VIII
      • Einzelfallvereinbarungen zur Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen (§ 42 SGB VIII)
        CLAUDIA DRÖLL, Stellvertretende Leiterin der Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln, Hiddenhausen
      • Erfahrungen aus der Jugendhilfepraxis im Jugendamt Berlin-Lichtenberg - "Handbuch Qualitätssicherung in der Hilfeplanung"
        RAINER-MARIA FRITSCH, Leiter des Jugendamtes, Bezirksamt Lichtenberg-Hohenschönhausen, Berlin
      • Von Schnittstellen und Nahtstellen - Zur Vereinbarungsentwicklung zwischen Jugendamt und freien Trägern in Fragen des Kinderschutzes gemäß § 8a SGB VIII
        MEINOLF PIEPER, Leiter der Außenstelle Sindelfingen, Jugendamt des Landkreises Böblingen


    • Forum 2: Übergreifende Vereinbarungen (§ 74, § 77, § 78a ff., § 80 SGB VIII)
      • Die bundesweite Vereinbarungs-Realität und ein Beispiel eines gelungenen Prozesses
        KLAUS ROTH, Geschäftsführer, START gGmbH, Bernburg
      • Erfahrungen und Fragestellungen: Wirkungsorientierte Vereinbarungen nach §§ 78a ff. SGB VIII
        UDO THELEN, Jugendhilfeplaner, Jugendamt Essen
      • Düsseldorfer Weg, "Vereinbarungen nach §§ 74, 77 SGB VIII zu vereinbaren"
        JOHANNES HORN, Leiter des Stadtjugendamtes Düsseldorf


  • Fachreferat: Was muss ich tun, damit Verhandlungen auf jeden Fall scheitern?
    DR. DETLEF HORN-WAGNER, Erziehungswissenschaftler und Supervisor, Berlin


  • Literaturhinweise

© 1996-2010 Deutsches Institut für Urbanistik GmbH, Arbeitsgruppe Fachtagungen Jugendhilfe
zuletzt geändert am 28.08.2008 - Kontakt: webmaster@fachtagungen-jugendhilfe.de - Impressum